Nach den packenden, teils sogar dramatischen Titelentscheidungen im Westdeutschen ADAC Kart Cup 2009 am 20. September auf dem Saarlandring, stand knappe zwei Wochen später schon das nächste Highlight ins Haus. Vom 03. bis 04. Oktober fand in Hahn der ADAC Kart Bundesendlauf 2009 statt. An zwei Vollgastagen mit Marathonprogramm wurden die Bundesmeister aus den insgesamt zehn ausgeschriebenen Klassen gesucht.
So bestand für die WAKC-Akteure die großartige Möglichkeit, sich gegen die Kollegen aus den drei anderen ADAC Regionalserien NAKC, SAKC und OAKC zu profilieren. Rein quantitativ jedenfalls war gegen den Westen der Republik nichts auszurichten. Rund 55 der 140 Teilnehmer wurden durch den WAKC gestellt.
Beim ADAC Kart Bundesendlauf wurden, wie im Kart Clubsport Reglement angedacht, zwei Wertungen für die ADAC Bambini-Serie ausgeschrieben, die ADAC Bambini A und B. Dies machte im Falle des WAKC eine Umfrage seitens des Organisationsteams nötig, das sich bereits im Sommer bei den potentiell qualifizierten WAKC-Bambini-Fahrern umhörte, in welcher Klasse sie beim ADAC Kart Bundesendlauf antreten möchten. Im Westdeutschen ADAC Kart Cup war nämlich nur eine Bambini-Wertung ausgefahren worden.
Obwohl die WAKC-Speerspitze der Bambini-Serie in der A-Wertung mitfuhr, nahmen immerhin fünf Piloten im ADAC Bambini B-Fahrerfeld teil. Der allerschnellste von ihnen war David Beckmann, der durch seine wenigen, aber erfolgreichen WAKC-Gastspiele bestens bekannt war. Die vermutlich einzige, die dem Hagener vom Speed her das Wasser reichen konnte, war SAKC-Pilotin Sophia Flörsch. Sie dürfte sich gefreut haben, dass ihr Kontrahent Beckmann in den Heats und den Wertungsläufen jeweils einmal aus der Wertung genommen wurde, was ihm den Kampf um die Bundesmeisterschaft verunmöglichte. Bester Kandidat aus dem WAKC war somit Justin Rebbe, der am Sonntag mit einem dritten und einem vierten Platz äußerst respektabel unterwegs war. Der Dortmunder darf als Gesamtdritter und Bestplatzierter WAKC-Chaffeur der ADAC Bambini B durchaus zufrieden mit sich sein.
Relativ unglücklich verlief das Wochenende für die ADAC Bambini A-Piloten. An der Besetzung wird es ganz sicher nicht gelegen haben, denn neben Top 3 der Meisterschaft Niklas Thorsten Klaka, Jannik Nadbyl und Moritz Dieckmann, war mit Leonardo Momcilovic ein weiterer pfeilschneller Fahrer am Start, der ebenfalls nur sporadisch im WAKC angetreten ist. Und es schien gerade am Samstag so, als könne der Waldracher richtig was ausrichten, doch der Pilot von Schwabe Motorsport kämpfte in den Wertungsrennen mit dem teils katastrophalen Wetter und den entsprechend nassen 716 Metern Rennstrecke. Nach Position 9 im ersten Lauf, ging es im zweiten Durchgang zwar noch auf die dritte Stelle nach vorne, doch Momcilovic sollte nicht über Gesamtrang 5 hinauskommen. Bester WAKC-Fahrer wurde mit Platz 4 der Regional-Champion Niklas Thorsten Klaka, der mit einem fünften und einem sechsten Resultat grundsolide unterwegs war, die Spitze allerdings nicht sonderlich aufmischen konnte. Leider war vom WAKC-Vizemeister Jannik Nadbyl am Hunsrückring nicht viel zu sehen. Nachdem er nahezu die gesamte Rennsaison an der Tabellenspitze verbracht hat, musste er beim Bundesfinale mit der 13. Position leben, was ihn nach dem knappen Titelverlust im WAKC umso mehr gewurmt haben dürfte.
Von der großen Bühne verabschiedete sich die ADAC World Formula Light aus ihrer äußerst erfolgreichen Premierensaison. Erst zu Anfang dieses Jahres wurde die neue Nachwuchsmeisterschaft des ADAC aus der Taufe gehoben und hat Fahrern, Teams und Verantwortlichen mächtig Spaß bereitet.
Mächtig Spaß dürfte am Wochenende auch Cedric Piro gehabt haben. Der Heusweiler ist erster Bundesmeister der ADAC World Formula Light – und zwar ganz eindeutig. Am Sonntag hatte der sechsfache Saisonsieger noch Dampf von OAKC-Titelträger Emil Sawan-Montag bekommen, der sich mit bescheidenen zwölf Siegen im Laufe des Jahres sicher nicht vor der bundesweiten Konkurrenz verstecken musste.
Von der Pole aus fuhr Piro am Sonntag fortan jedoch in seiner eigenen Welt und holte völlig unangefochten beide Siege nach Hause. Dies war eine Art Déjá-vu, denn der berühmte Knoten platzte beim Heusweiler just hier beim WAKC-Lauf im Juni, wo er nach einigen Poles und Podiumsplätzen endlich triumphieren konnte. Daraufhin setzte er zu einer unglaublichen Siegesserie an und fuhr – Hunsrück eingerechnet – sechs mal in Folge auf Platz 1.
Mit zwei zweiten Plätzen beim ADAC Kart Bundesendlauf war auch Marcel Läsch sehr achtbar aufgestellt. Der Hupperather beschloss seine Saison damit mit Gesamtposition 2. Auf den Plätzen 4 und 5 folgten, unmittelbar hinter dem angesprochenen Emil Sawan-Montag, zwei weitere WAKC-Asse mit Louis Wölfle und Tim Becker.
Das zweitgrößte Feld des Wochenendes boten die 16 Akteure der ADAC World Formula. Dies war sicherlich schon im Vorfeld ein Garant für sensationellen Sport. Und die Experten wurden wahrlich nicht enttäuscht. Es sollten die WAKC-Piloten sein, die auf dem Hunsrückring den Ton angaben. In den Heats konnte sich „Last-Minute-Meister“ Paul Nittel in Szene setzten, der sich zwei Wochen zuvor beim WAKC-Finale in Uchtelfangen den Titel in einem dramatischen Meisterschaftsendspurt sichern konnte. Am Sonntag erhielt der Rockenberger jedoch bekannte Kundschaft von hinten. Der Wuppertaler Dennis Menze, der als Pechvogel aus dem WAKC-Titelentscheid hervorgegangen war, flog im ersten Lauf von der 10. Startposition bis auf 1 nach vorne. Rundenlang behakte er sich mit Marius Simon, der sehr gut aufgelegt war, und natürlich Paul Nittel. Innerhalb von nicht einmal neun Zehntelsekunden überquerte das Trio die Ziellinie.
Im zweiten Lauf konnte Marius Simon den Anschluss an die beiden WAKC-Spezies Menze und Nittel nicht lange halten. Stattdessen rutschte Vizechampion Maurice Schiwy auf Platz 3 vor, der unter den regnerischen Bedingungen seinen Gewichtsnachteil sehr gut kompensieren konnte. Derweil ging vorne so richtig die Post ab. Rund fünf Sekunden vor Schiwy und Simon lieferten sich Dennis Menze und Paul Nittel zwölf Runden lang ein aufsehenerregendes Duell. Kopf an Kopf und Stossstange an Stossstange, doch die zahlreichen Angriffsversuche des fünffachen Saisonsiegers Nittel wurden allesamt abgewehrt, Dennis Menze behielt die Oberhand im zweiten Rennen und somit auch in der Gesamtwertung des ADAC Kart Bundesendlaufs 2009. Mit Paul Nittel, Marius Simon und Maurice Schiwy stammen die vier Besten der ADAC World Formula aus der Riege des WAKC.
Bei den ADAC 100 Junioren gingen lediglich zwei WAKC-Piloten in den Wettbewerb. Am stärksten war sicherlich Christian Schmidt einzuschätzen, der sich nach monatelangem Kampf gegen Nicola Dietz durchsetzten konnte, der beim Finale vor zwei Wochen nicht mit von der Partie war. Schmidt musste sich in den Heats allerdings Daniel Stell geschlagen geben, der jedoch am Sonntag das Pech gepachtet hatte. Nach dem Ausfall in Rennen 1 kämpfte sich der Knetzgauer im zweiten Lauf immerhin noch bis auf Platz 5 nach vorne. Stattdessen zog vorne Luca Schulz auf und davon. Christian Schmidt fuhr zwei saubere zweite Ränge ein, hatte gegen den Geesthachter jedoch keine Chance. „Er war halt einfach besser“, räumte der 14-jährige nach der Siegerehrung fair ein. Mit einer vierten und einer siebten Position ist der zweite WAKC-Teilnehmer Maximilian Mionskowski in der gesamtvierten Position gewertet worden.
Relativ bescheiden lief es für die WAKC-Fahrer in der ADAC KF3-Klasse. Selbst der fast übermächtig scheinende Titelträger Andre Rudersdorf kam beim ADAC Kart Bundesendlauf mit zwei fünften Plätzen nicht über selbige Gesamtposition hinaus. Auf Endrang 6 landete Vizechamp Dennis Anoschin, der noch in Uchtelfangen einen Doppeltriumph landen konnte. Beide absolvierten ihre Rennen ohne große Zwischenfälle, konnten von der Grundgeschwindigkeit allerdings diesmal leider wenig ausrichten.
Ebenfalls mit von der Partie war der einfache Saisonsieger Tobias Saffrich, der im Endclassement Platz 8 belegte. Die Ränge 10 und 11 gingen an Sarah Ganser und Dominik Lanz.
In der ADAC KF2-Serie gingen mit Alexander Dörfler und Moritz Oestreich die zwei Speerspitzen aus dem WAKC an den Start, wobei letzterer den WAKC lediglich zum Erfüllen der Qualifikationsbedingungen für den ADAC Kart Bundesendlauf nutzte. Das eigentliche Ziel des Petersbergers war von vornherein der Triumph beim absoluten Saisonfinale, dem er mit der Pole Position nach den samstäglichen Heats schon ein kleines Stückchen näher kam. Doch der Ausfall in der Startphase von Lauf 1 machte alle Pläne zu Nichte. Zwar konnte Oestreich im zweiten Rennen wieder bis auf Platz 2 vorfahren, doch über den sechsten und damit vorletzten Platz im Endclassement nicht hinauskommen.
An der Spize des Feldes trat vor allem der überraschende Doppelsieger aus Uchtelfangen, nämlich Maik Knoop in Erscheinung. Der Mülheimer machte gerade im ersten Rennen ordentlich Druck auf Bente Scharf, der sich in einem Foto-Finish mit der Winzigkeit von 28 Tausendstelsekunden den Sieg in Wertungslauf Nummer 1 holte. In Rennen 2 schaffte es der siegreiche Stedesdorfer jedoch schnell eine Lücke herauszufahren, die sich bis zum Ablauf der insgesamt 13 Rennrunden auf neun Sekunden summieren sollte. Dahinter wurde Knoop, wie bereits erwähnt, vom nach vorne stürmenden Moritz Oestreich aufgeschnupft, was ihn allerdings nicht daran hinderte, Platz 2 beim ADAC Kart Bundesendlauf hinter Bente Scharf einzuheimsen.
Chancenlos war am Wochenende der WAKC-Titelträger Alexander Dörfler, der nicht in den Spitzenkampf eingreifen konnte und am Ende Rang 3 belegte.
Der Kampf um den Bundesmeistertitel bei den ADAC 125 Hobby Senioren war erneut der Thriller des Wochenendes. Das schier unglaubliche Starterfeld von 28 Karts war sicherlich in gewisser Weise daran beteiligt. Eine Person wurde von den Experten als diejenige benannt, die es zu schlagen galt, und das war Christian Dischner. Der Osburger hatte beim vorletzten WAKC-Lauf in Walldorf in der Startrunde einen schweren Unfall zu verzeichnen, sodass er neben dieser Veranstaltung auch noch den Saisonabschluss im Saarland verletzungsbedingt auslassen musste. Dementsprechend weit hinten war der 24-jährige unterm Strich in der Punktewertung anzutreffen. Und dementsprechend bescheiden waren auch die Startpositionen für die beiden Heats beim ADAC Kart Bundesendlauf. Doch Dischner flog in selbigen bereits zweimal auf Platz 3. Was dann am Sonntag folgen sollte, war vielen klar. Es dauerte nicht allzu lang, bis er die Führung im ersten Wertungslauf innehatte, doch der erste Gegner ließ auch nicht lange auf sich warten. Mit Alexander Heil hatte Christian Dischner fast die kompletten 13 Umläufe zutun, konnte seine Führung jedoch bravourös verteidigen. Schlappe zwei Zehntel trennten die beiden Konkurrenten im Ziel.
Doch der Ebernburger Heil sollte im zweiten Rennen kurzen Prozess machen, übernahm die führende Position von Dischner und behauptete diese letztendlich mit 6,2 Sekunden Vorsprung. Somit waren Dischner und Heil am Ende des Tages punktgleich. Nur die besseren Heatpositionen waren schließlich ausschlaggebend für den Sieg von Christian Dischner beim ADAC Kart Bundesendlauf 2009.
Wenig Glück hatte der WAKC-Meister Joachim Fehlau. Der Ingelheimer war am Samstag noch sehr achtbar unterwegs, doch nach einem Dreher zu Beginn des ersten Rennens unter weiterhin schwierigsten Wetterverhältnissen hatte sich das „Thema Bundestitel“ für den 42-jährigen erledigt. Ein 17. und ein 15. Platz mussten hier und heute genügen.
2009 war die ADAC Getriebe-Klasse im WAKC recht dünn besetzt, was sich auch beim ADAC Kart Bundesendlauf widergespiegelt hat. Schnellster war, wie es nicht anders zu erwarten war, der Eppelborner Pascal Jung, der sich im Laufe der Saison oftmals als deutlich Bester der WAKC Getriebe-Riege herausgestellt hatte. Ohne eine direkte Gelegenheit, die Spitze aufzumischen, fuhr der 16-jährige einen dritten und einen vierten Rang ein, was zu Gesamtplatz 4 in der Endwertung führte. WAKC-Vizemeister Stefan Geiger belegte mit zwei siebten Plätzen selbige Gesamtposition. Auch der Niederländer Bessel Minderhoud war am Start und wurde 11.
Für die WAKC-Akteure war es in dieser Saison der letzte Schlagabtausch auf der Strecke. Das nächste Aufeinandertreffen wird in einem etwas feierlicheren Rahmen erfolgen, und zwar bei der WAKC-Jahressiegerehrung am 07. November im Paddock Club Hahn, nur einen Steinwurf von der Kartpiste entfernt. Hier werden die Erfolgreichen des Jahres geehrt, bis man sich kurz darauf schon auf die Vorbereitungen für die neue Saison 2010 stürzen wird.







